Ein Wochenende im Land der Tulpen

In den Osterferien haben wir ein wunderschönes Wochenende in Holland verbracht. Geplant war eigentlich, nur nach Amsterdam zu fahren, aber dann kam meine Schwester mit ihren beiden Kindern spontan zu Besuch und machte den Vorschlag, doch einen Tag ans Meer zu fahren.

Leuchtturm, Egmond aan Zee

Also packten wir kurzerhand unsere Siebensachen und fuhren los in die Heimat von Nijntje (oder Miffy): Egmond aan Zee. Egmond lohnt sich sowohl als Ziel für einen Tagesausflug als auch für einen etwas längeren Strandurlaub. Neben dem großen Parkplatz steht ein kleines Holzboot, in dem Nijntje sitzt, der kleine Hase von Dick Bruna, der Kindern weltweit als Miffy bekannt ist.

miffyboot
4 Kinder und ein Hase auf einem Boot, Egmond aan Zee

Von hier aus geht es in die eine Richtung direkt ans Meer, in die andere Richtung auf die kleine Einkaufsstraße, in der man in kleinen, feinen Geschäften herrlich bummeln kann. Unzählige Cafés und Restaurants säumen die Einkaufsmeile. Ein gutes Stück landeinwärts befindet sich ein großer Supermarkt, in dem man alles kaufen kann. Die Niederländer sind meiner Meinung nach die absoluten Vorreiter in Punkto gesundes Nahrungsangebot im Supermarkt. Es gibt unzählige vegetarische Produkte, leckere Fleischersatzprodukte, Milchersatzprodukte, die es bei uns nicht im „normalen“ Supermarkt gibt, sondern höchstens im Bioladen. Dementsprechend decken wir uns bei einem Trip ins Nachbarland immer gut ein. Der absolute Hit bei uns: chinesische vegetarische Bapao (Hefeklöße mit herzhafter Sojaackfüllung, gibt’s bei uns in nichtvegetarisch im Asialaden).

Wolken über den Dünen
Wolken über den Dünen

Meine Schwester fuhr abends mit ihrer Rasselbande zurück nach Köln, während wir den geplanten Teil unserer Reise antraten und nach Amsterdam fuhren.

Unsere erste Amtshandlung in Amsterdam war der Besuch des indonesischen Restaurants Soenda Kelapa, in dem man eine kulinarische Reise nach Indonesien erlebt. Sehr zu empfehlen ist die vegetarische Reistafel, die neben Gemüse auch Leckereien aus Tofu und Tempeh beinhaltet.

Neben dem obligatorischen Stop bei HEMA, der die ganze Familie glücklich macht, macht es einfach Spaß, durch die kleinen Gassen entlang der Grachten zu schlendern. Unsere Freunde Astrid und Stanley, die in Amsterdam wohnen, haben einen kleinen Kahn, mit dem man Amsterdam vom Wasser aus betrachten kann. Eine Bootsfahrt lohnt sich in Amsterdam immer, aber wenn man die Möglichkeit hat, mit einem weniger touristischen Boot zu fahren, sollte man das auf jeden Fall machen. Alternativ kann man sich in Amsterdam auch Fahrräder mieten und auf eigene Faust durch die Gegend cruisen (für Familien mit Kleinkindern lohnt sich ein Bakfiets, das klassische niederländische Kastenfahrrad, in dem man bis zu 4 Kinder in einem Holzkasten vor dem Lenkrad transportieren kann). Bei schönem Wetter kann man mit Kindern in den Vondelpark fahren, in dem es einen Spielplatz, ein Teehaus, Cafés und Restaurants und sogar eine Freilichtbühne gibt.

Dieses Mal entschieden wir uns, endlich mal das Nemo zu besuchen, das Wissenschaftsmuseum. Hier kann man bei Regenwetter (aber auch bei jedem anderen Wetter) einen ganzen Tag verbringen, und der saftige Eintrittspreis von 15€ p.P. (über 4 Jahre) lohnt sich auf jeden Fall. Wichtig ist, genügend Zeit mitzubringen, denn es gibt jede Menge zu sehen und zu entdecken! Auf jeden Fall sollte man sich die Kettenreaktion angucken, die mehrmals am Tag stattfindet und ca. 15 Min. dauert.
nemo2

Unser letzter Tag in Holland führte uns dann zu einem Abstecher ans Ijselmeer, wo wir das Zuiderzeemuseum besuchten. Ein altes Fischerdorf in Enkhuizen wurde zu einem Freilichtmuseum umgebaut.

zuiderzee

Hier kann man sehen, wie die Fischer früher ihre Netze geflickt haben, wie in alten Öfen traditionell Fisch geräuchert wird, man kann aus den typisch holländischen Holzpantoffeln Boote bauen und sich traditionell verkleiden (wenn man unter 12 Jahre alt ist 😉 ).

leni
Leni in traditionell niederländischer Tracht

Es gibt alte Spielgefährte und -sachen und allerhand zu entdecken für Groß und Klein. Der große Spielplatz ist sowohl für „große“ Kinder wie Yannis als auch für „kleine“ Kinder wie Leni ein zusätzliches Vergnügen.

Wenn man im Frühling nach Holland fährt und wie wir eine kleine Rundreise macht, dann sieht man überall um sich herum bunte Felder und eine herrliche Tulpenpracht. Da macht Autofahren selbst dem letzten Automuffel Spaß!

Noch ein Tipp: wenn man mit dem Auto von Enkhuizen zurück nach Deutschland (NRW) will, dann sollte man über den Houtribdijk (N302) zurück fahren! Die führt rund 26km durch das Ijselmeer und ist auf jeden Fall auch ein kleines Abenteuer für sich! 😉

Lissabon mit Kindern

Endstation Lissabon.

Die üblichen Sehenswürdigkeiten und Must do’s in Lissabon wie mit einem der vier historischen Aufzüge fahren (z.B. Elevador de Santa Justa,  Elevador da Gloria), die Alfama oder eine Fahrt mit der Tram 28, kann man prima mit Kindern jeden Alters machen (von uns speziell geprobt mit einem fast zweijährigen und einem achtjährigen Kind).

Lissabon am Tejo

Neben diesen Aktivitäten hat Lissabon aber noch einiges mehr zu bieten, was man speziell mit Kindern in dieser wunderschönen Stadt machen kann. Hier ein paar Tipps.

Marina Parques das Naçoes

Vermutlich weil unsere Freunde Keyla und Ricardo hier in der Nähe wohnen, sind wir auf dieses Fleckchen aufmerksam geworden. Die Promenade Passeio Neptuno bietet einen herrlichen Blick auf den Tejo und den Yachthafen. Es gibt unzählige Cafés und Restaurants und einen kleinen Spielplatz, der Lenis Herz höher schlagen ließ. Die Promenade selbst ist prima geeignet für Laufrad, Inliner oder Skateboard fahren, aber auch ohne solches Equipment ist es schön, dort entlang zu schlendern. Läuft man vom Spielplatz (am einen Ende der Marina) Richtung Oceanario, kommt man am Atelier Gelati vorbei. Hier gibt es super leckeres Eis, einen guten Espresso und natürlich den herrlichen Blick auf den Tejo.

Blick auf den Yachthafen

Eine Brücke kann durch die Sonne und über den Tejo parallel zur Promenade entlang gelaufen werden. Zahlreiche Sitzbänke aus Stein im Schatten der Bäume laden zum Verweilen ein.

Für Fischliebhaber der japanischen Art gibt es im Parques das Naçoes auch ein Sushi Restaurant. Bei Arigato Sushi kann man für ca. 16€ all you can eat Sushi essen. Es gibt sogar eine gute Auswahl an vegetarischem Sushi und Nachspeisen-Sushi, wie Mango- oder Erdbeere-Sushi (klingt verrückt, ist aber sehr lecker).

Passeio Neptuno

Oceanario

Das Oceanario darf natürlich nicht fehlen bei einem gelungenen Lissabontrip mit Kids. Ein Besuch lohnt sich selbstverständlich auch ohne Kinder. Super: es gibt eine extra Kasse für Familien mit Kleinkindern, bei der man die lange Warteschlange in kürzester Zeit umgehen darf.

Yannis fotografiert Fische, Oceanario Lissabon

Strandurlaub

Auch das geht natürlich in Lissabon. Zwar muss man ein bisschen fahren, aber das lohnt sich auf jeden Fall, und ist für alle Beteiligten ein Spaß. Hier ein paar Strände, die dem Lissabontrip eine Abkühlung verschaffen:

  • Praia de Carcavelos (zwischen Lissabon und Cascais): ein langer Strand, der vor allem für Familien wie unsere, mit großem und kleinem Kind, ein Spitzenstrand ist. Leider etwas verdreckt, aber mit natürlichen „Babybecken“ für Leni, die hier im nicht einmal kniehohen Wasser wunderbar planschen konnte. Der „große“ Yannis konnte sich im „richtigen“ Meer in den Wellen vergnügen.Leni am Praia de Carcavelos
  • Praia do Guincho (zwischen Sinatra und Cascais): das Surferparadies ist ein absolutes Muss für Surfer und Nicht-Surfer! Leider war an dem Tag, an dem wir dort waren, Sturmwarnung, und wir konnten nicht ins Wasser und wurden zudem selbst am Strand fast weg geweht, so dass wir viel zu kurz hier waren.

Kinderbauernhof Quinta Pedagógica

Ein Pferd in Lissabon

Tiere sind immer und überall für Kinder ein Highlight. Die Quinta Pedagógica ist ein großer, sehr gepflegter Kinderbauernhof, auf dem man Ziegen, Schafe, Pferde, Esel und jede Menge Federvieh streicheln und bewundern kann.

Traktor fahren in Lissabon, Quinta Pedagogica, Lissabon

 

Sommer in Portugal: Lagos

Was gibt es schöneres, als einen Sommer in Portugal zu verbringen!

Zum ersten Mal mit Kindern, und ich weiß nicht, wieso das so lange gedauert hat, bis es endlich soweit war. 😉

Gewiss wird es nicht das letzte Mal gewesen sein!

Blick auf den Praia Do Camilo

Zuerst führte es uns an die Algarve in das wunderschöne Städtchen Lagos. Neben herrlichsten Küsten und Stränden hat Lagos auch einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, die auch für Kinder sehr interessant sind. So lud z.B. die alte Festungsanlage Yannis ein, in alte Zeiten und ins Fantasiespiel  des Mittelalters einzutauchen. Die Ausstellung mit den Windspielen beeindruckte nicht nur Leni.

Das Museu da Ciência Viva haben wir zwar nur von außen kennen gelernt, allerdings begeisterte das große Kunstwerk von Drehscheiben die Kinder so sehr, dass sich ein Besuch im Inneren sicherlich auch lohnt (wir
wollten allerdings lieber das schöne Wetter genießen 😉 ).

Spinning plates, Lagos

Der Marktplatz im historischen Stadtzentrum lädt zum Verweilen bei einem kühlen Getränk oder einem Eis in der Mittagshitze ein, und von hier aus kann man viele schöne Geschäfte zum bummeln finden.

ein kühles Fleckchen auf dem Marktplatz von Lagos
ein kühles Fleckchen auf dem Marktplatz von Lagos

Natürlich haben wir auch viel Strand mitgenommen (u.a. Meia Praia, Praia Donna Ana, Praia Don Camilo). Hier wurde fleißig in die Wellen gesprungen (leider ohne Surfbrett, da die Wellen dieses Mal nicht wirklich dazu einluden), kiloweise Muscheln gesammelt und meterhohe Sandburgen gebaut.

Leni hat ein Boot entdeckt, Praia Do Camilo, Lagos
Praia Do Camilo
Praia Dona Ana

Sehr zu empfehlen ist in Lagos das kleine
und mittlerweile heiß begehrte Outdoor Restaurant „The Garden“, das wie der Name schon sagt, wie ein Garten aufgebaut ist.

auf dem Weg zu „The Garden“

Man sitzt an kleinen Plätzen zwischen Palmen, Bäumen und Sträuchern auf gemütlichen Sesseln und Sofas. Es gibt sogar eine Hängematte, die von den Kindern sofort okkupiert wurde.

Yannis chillt in der Hängematte, The Garden, Lagos

Absolutes Highlight war natürlich der Stofftiger, der in einem Baum sitzt. Neben allerlei Fleisch- und Fischspeisen, vor allem vom Grill, gibt es allerdings auch sehr leckere vegetarische Gerichte, wie z.B. Veggie Burger.
Wichtig ist, in der Hauptsaison unbedingt rechtzeitig einen Tisch zu reservieren.

Wall Art, The Garden, Lagos